Montag, 21. Juni 2010

...und hier die letzten Fotos... Banquet des Spring-Terms





Das war`s dann wohl…

Ich sitze hier irgendwo in Deutschland in einem lauschigen Café am Fenster…tausend Kilometer weit weg von Capernwray - meinem Castle und irgendwie auch meinem Home (wenn auch nur temporär) … schlürfe eine Latte Macchiato, der Laptop vor mir auf dem Tisch…mich trieb der Gedanke, dass ich einen finalen Eintrag hier in meinen BLOG schreiben sollte… tja, und da ist es doch beinahe um mich geschehen: Schwierigkeiten, meine Fassung zu bewahren, während die Ahnung, warum ich das so lange vor mich hergeschoben habe, nicht mehr länger eine ist!

Neun Monate Bibelschule liegen nun hinter mir! Eine eindrückliche, gewinnbringende, aufregende, herausfordernde Zeit, die mich verändert und gestärkt hat! Ich bin dankbar über die Möglichkeit eines solchen Sabbat-Jahres, das eigentlich nicht unbedingt als solches gedacht war. Im Nachhinein bin ich froh, dass es nun doch NUR ein Jahr in England geworden ist und nicht mehr.

Wen immer es interessiert, was genau ich eigentlich aus meiner Bibelschulzeit mitgenommen habe, muss sich ein wenig Zeit nehmen, denn dann sollten wir uns beide treffen…dafür reicht meine Schreibleidenschaft hier nämlich nicht aus. Es würde mir wahrscheinlich auch ohne Ende schwer fallen, die richtigen Worte für die unterschiedlichen Prozesse und Entwicklungen zu finden.
Folgendes kann ich wohl zusammenfassend sagen: Meine Beziehung zu Gott hat sich intensiviert, weil ich Gott, meinen Vater, auf unterschiedliche Weise begegnet bin, weil diverse Erkenntnisse endlich von meinem Hirn in mein Herz gewandert sind, weil ich mehr und mehr Jesu „Handschrift“ um mich herum entdecke und seine Absichten besser verstehe...es ist schon mächtig faszinierend – ER ist mächtig faszinierend.
Außerdem – und das ist neben der persönlichen Ebene eine weitere entscheidende Erkenntnis- wurden mir die Augen geöffnet: Wie unreflektiert entwickelt sich die eine oder andere Interpretation der Bibel in den Gemeinden zu Dogmen!

Neun Monate, die hoffentlich auch mein weiteres Leben prägen werden!

GOTT selbst in Vater, Jesus und Heiliger Geist, prägt hoffentlich mehr denn je mein weiteres Leben!

GOD IN MY LIVING...THERE IN MY BREATHING...GOD IN MY WAKING...GOD IN MY SLEEPING
GOD IN MY RESTING...THERE IN MY WORKING...GOD IN MY THINKING...GOD IN MY SPEAKING
GOD IN MY HOPING...THERE IN MY DREAMING...GOD IN MY WATCHING...GOD IN MY WAITING
GOD IN MY LAUGHING...THERE IN MY WEEPING...GOD IN MY HURTING...GOD IN MY HEALING
BE MY EVERYTHING! BE MY EVERYTHING! BE MY EVERYTHING!
CHRIST IN ME
CHRIST IN ME THE HOPE OF GLORY
YOU ARE EVERYTHING!

Dienstag, 25. Mai 2010

Und da ist er - mein erster Sonnenbrand in diesem Jahr!!

Der Sommer hat uns eine einmalig süße Kostprobe gegeben: Die letzten fünf Tage haben wir uns jede freie Minute draußen in der Sonne bei 25-27°C aufgehalten, ein Dozent hat seinen Unterricht kurzerhand nach draußen verlegt. Tja, somit sind wir hier alle mehr oder weniger entweder nur gesunkissed oder milchschokoladenbraun: manche sehen allerdings aus, als wären sie gerade für eine Woche am Mittelmeer gewesen.

Unser Openday am Samstag war nicht nur wettertechnisch ein toller Erfolg. Fas 1000 Gäste haben uns auf unserem Burggelände besucht, das sich für ein paar Stunden in ein buntes Spiel- und Sportfeld verwandelte. Neben Barbecue und einer zur Konditorei umgewandelten Dininghall wurden Hüpfburgen, Bogenschießen, Wasserrutschen , Traktorfahrten, Räuberabenteuer, Schmink- und Styling-Zelte angeboten, um nur einige Beispiele zu nennen. Konzerte, Puppentheater und Kurzpredigten standen auch auf dem Programm. Außerdem konnte man sich auch auf eine Reise durch die unterschiedlich vertretenen Kulturen begeben. Die Studenten haben sich auf eine mehr oder weniger kreativer Weise (dabei wurden brav sämtliche Klischees bedient – wir Deutsche standen dabei in nichts hinterher) den Gästen präsentieren können.

Während der letzten Woche und auch in der momentanen haben wir extrem inspirierende und herausfordernde Lehrer zu Gast – abgesehen von unserem House-Principal Rob Whittaker, der unsere Unterricht immer wieder mit seinen lectures erhellt. Es wundert einen kaum, welchen positiven Einfluss ein dynamischer Lehrer mit Esprit und Überzeugung auf die Studenten hat im Vergleich zu Theoretikern, die zwar über eine dicke Portion Wissen verfügen, sich aber nur schwerlich mal einen Witz oder Illustration abringen, bzw. einen Augenkontakt zu ihren lebendigen Zuhörern oder einen Praxisbezug herzustellen vermögen.

Konkret ging es in den letzten Tagen um Lebensplanung (Nutzung von Gaben und Fähigkeiten, welche Lern- und Arbeitstypen sind wir, mit welchen Gaben sind wir ausgestattet, was hindert uns daran unserer Befähigung gemäß zu leben), den Timotheus-Briefen (Wie unterschiedlich und nach welchen Maßstäben wird die Bibel in den Gemeinden interpretiert? Was lässt uns so sicher sein, dass WIR in unseren Doktrinen richtig liegen?) und schließlich der Bibelhistorie (Wie genau sieht es denn mit dem „inspirierten“ Wort Gottes aus?)
Ich liebe es, mich mit diesen Themen zu beschäftigen. Bereits im letzten BLOG erwähnte ich, wie sich hier einige meiner Fragen klären- aber eben auch immer weitere auftauchen… Auch wenn ich manchmal müde werde in der Erkenntnis, ja nicht alle Weisheit erfassen zu können, sind diese vielen kleinen hellen Momente es wert, erobert zu werden…eben wie bei einer Hiking-Tour: Jede neue Ebene eröffnet einen schöneren, weiteren Ausblick, auch wenn der Gipfel noch lang nicht erreicht ist.

Steffen steckt gerade in seinen Examen…er hatte am Freitag seinen offiziell letzten Schultag! Ich habe ihn selten so viel lernen „gesehen“…bin mächtig stolz auf meinen großen Burschen.

Euch armen regennassen Deutschen liebe, heiße Grüße aus dem ach so grauen England!
Hihi!!

Donnerstag, 13. Mai 2010

Fotos aus den letzten zwei Wochen!



Beinahe Halbzeit....!!!!

Mir vergeht die Lust, mich überhaupt ans Internet zu setzen und kostbare Zeit damit zu verschwenden, darauf zu warten, dass sich die eine oder andere Seite meiner erbarmt… gewisse „Lade“-Zeichen, die eine unermüdliche Energie in niemals enden wollende Rotationen beweisen, lassen meine Haare besorgniserregend an Farbe verlieren!!!
Aber ich denke an euch daheim und versuche euch auf dem Laufenden zu halten…

...Die letzten beiden Wochen haben meine Geduld und Konzentration arg auf die Probe gestellt. Natürlich bringt jeder Lehrer seine unterschiedliche Persönlichkeit und Vortragsweise mit (ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie viele Schlüsse ich für meine eigene Tätigkeit als Lehrerin ziehe!), aber bei aller Liebe fällt es mir trotz großartiger Vorsätze mächtig schwer, fokussiert zu sein. Ich will ehrlich sein: Gerade jetzt sitze ich in Biblical Theology Soteriology und „kaufe“ meine Zeit aus, indem ich euch schreibe…?!??!

Am letzten Wochenende habe ich mit Steffen seinen Geburtstag in London gefeiert. Highlight war am Sonntag unser Besuch im Lyceum Theatre, in dem das Musical „Lion`s King“ beinahe täglich aufgeführt wird. Die Kostüme, Choreographie, der Witz in den Dialogen und die aus dem Film so vertraute Musik: einfach grandios!!! An diesem Wochenende hat mein monacoblauer Begleiter 1200 km plattgemacht! Meine Hinfahrt war eigentlich ganz entspannt, wobei mich ein Hörbuch von Dan Brown über eine zwar spannende Geschichte ("Das verlorene Symbol" - mit vielen verwirrenden Inhalten über die Überzeugungen der Freimaurer!) ziemlich angestrengt hat. Auf der Rückfahrt habe ich auf den letzten 50km arg mit meiner Müdigkeit kämpfen müssen! Nachts auf der Burg anzukommen und durch die spärlich beleuchten Gänge zu wandeln hat schon etwas Gruseliges.

Gestern hatten wir unseren dritten „Prayer- Day“ – ein Tag, der pro Term angeboten wird, um außerhalb aller Vorlesungen zur Ruhe zu kommen und richtig Zeit mit Gott zu verbringen. Hättest du mich vor England auf das Thema „beten“ angesprochen, dann hätte ich dir zugestimmt, wenn du mich von seiner der Wichtigkeit überzeugen wolltest. Aber ich hatte immer Schwierigkeiten gehabt, „viel“ Zeit dafür zu „investieren“, Gebete sind doch schnell gesprochen, oder? (Da denke ich nur mal an die Gebetsnächte in unserer Gemeinde, vor denen ich mich immer erfolgreich gedrückt habe!) Meine Schlussfolgerungen aus diesen letzten Prayer-Days: Gott wartet darauf, gesucht zu werden und mit uns Zeit verbringen zu können! Jeremia 29:11ff
„Denn mein Plan mit euch steht fest: Ich will euer Glück und nicht euer Unglück. Ich habe im Sinn, euch eine Zukunft zu schenken, wie ihr sie erhofft. Das sage ich, der HERR. Ihr werdet kommen und zu mir beten, ihr werdet rufen und ich werde euch erhören. Ihr werdet mich suchen und werdet mich finden. Denn wenn ihr mich von ganzem Herzen sucht, werde ich mich von euch finden lassen. Das sage ich, der HERR.“

Tja, mir geht es weiterhin gut! Ich genieße die Sonne, die Natur, die Luft. Ich lerne Jesus jede Woche ein kleines bisschen mehr kennen (wobei die Fragen eigentlich kein Ende nehmen) … und stelle fest, dass wir dieses Wochenende bereits Halbzeit haben, UPS!!!
Blumige Grüße zu euch nach Hause!!!

Sonntag, 2. Mai 2010

Igitt, ein nasskalter Tag in Ambleside

Ach du meine Güte, war das ein nasser Tag (Und jetzt kommt bitte keiner mit der Bemerkung- „Ellen du bist in England, da wunderst du dich noch?“ … wir hatten nur schöne sonnige Tage, seit ich wieder in Carnforth bin!!!!), und dabei haben wir uns doch ein wirkliches Sahnestückchen für unseren Ausflug im Lakedistrikt ausgewählt. Manchmal nehmen wir ja Rücksicht auf Leute, die Knieprobleme haben oder nicht die entsprechende Kondition aufbringen und wählen weniger anspruchsvolle Routen. Aber für diesen Samstag (wir waren nur zu dritt, sonst sind es ein bis zwei Autoladungen) stand mal wieder eine ordentliche Klettertour auf dem Programm – Pustekuchen!! Nach ca. einer Meile waren wir so durchnässt –trotz megacooler Segeljacke (!!), dass wir umkehrten und uns mit einem Latte und Scones in einem süßen Cafè im Dorf trösteten – wirklich warm wurden wir aber erst bei der heißen Dusche daheim.
Mit meiner neuen Outreach-Gruppe helfen wir nun wöchentlich bei einer Art „Mittagstisch für Obdachlose“. Die ganz praktische Unterstützung in Sachen Sandwich schmieren und Suppe oder Kaffee kochen stellt für mich hier weniger die Herausforderung dar. Vielmehr kostet mich der direkte Kontakt Überwindung und das Gespräch mit Leuten, um die du vielleicht sonst einen riesigen Bogen machen würdest: Der strenge Geruch, der gewöhnungsbedürftige Anblick, das befremdliche Benehmen. Und am Ende stellst du dich und deine Bemühungen trotzdem in Frage… Eins habe ich aber verstanden – das ist nicht mehr meine Verantwortung! Wenn ich mich Gott zur Verfügung stelle, wie ein Pinsel in seiner Hand, dann malt ER das Bild – nicht ich.
Wundert euch bitte nicht um die Ballung der Blogeinträge!!! Unser Internet hat letzte Woche mal wieder den Geist aufgegeben. Somit stauen sich hier meine Berichte und ihr bekommt sie auf einen Schlag.
Ich bin nun echt hundemüde und hau mich hin…im Vergleich zum Wintersemester ist das jetzige ganz schön vollgepackt…wie die anderen da noch die Assignments schaffen – vielleicht stecke ich einfach in zu vielen anderen Aktivitäten drin – aber es macht halt Spaß!!
Wünsch euch eine schöne erste Mai-Woche!!!